JÜRGEN BERGMANN-SYREN

Jürgen Bermgann Syren

8 Fragen an: Jürgen Bergmann-Syren

Wie ist Ihre familiäre Situation?
• verheiraten und 3 erwachsenen Töchter


Sie sind SPD-Mitglied seit?
• 1970


Sie kommen aus / wohnen in:
• Bad Kreuznach, Hebbelstraße


Was machen Sie?

• Ich bin 66 Jahre alt und seit Dez. 2017 Rentner. Als Diplom Bau- und Verkehrsingenieur war ich als Angestellter bei Hessen Mobil in Wiesbaden, der Straßen- und Verkehrsverwaltung von Hessen, zuständig für das Erhaltungsmanagement von Straßeninfrastruktur.

Neben ehrenamtlichen Tätigkeiten, z. b. in einer Filmgruppe der Lokalen Agenda 21 Bad Kreuznach, die fünfmal im Jahr in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kino besondere Filme mit anschließender Diskussion organisiert, unterrichte ich zeitweise noch an Fachhochschulen zum Thema Erhaltungsmanagement von Straßeninfrastruktur


 Was bedeutet Bad Kreuznach für Sie?

• Als ehemaliger Berliner habe ich mit meiner Familie in Bad Kreuznach vor ca. 25 Jahren eine wunderbare neue Heimat gefunden. Meine drei Töchter sind hier aufgewachsen und zur Schule gegangen, waren im Sportverein und kommen jetzt als Berufstätige bzw. Studentin immer gerne „nach Hause“. Jetzt als Rentner genieße ich es, tagtäglich – meist per Rad – in die Stadt zu fahren, den Wochenmarkt zu besuchen und das kulturelle Angebot wahrzunehmen. Kreuznach hat viele Vorteile: Gute, wenn auch noch verbesserungswürdige Bahnanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheit und Sportangebote und kulturelle Höhepunkte. Dazu liegt Bad Kreuznach in einer wunderschönen Umgebung.


 Was bedeutet für Sie der Begriff „Soziale Balance“?

• Eine Stadt oder Kommune lebt von der Vielfalt und Ausgewogenheit der Gesellschaftsstruktur.

Im Gleichgewicht ist die Stadt, wenn sie ein Nebeneinander von Mitbewohnern unterschiedlichster Art ermöglicht. Menschen mit geringem Einkommen dürfen sich nicht abgehängt fühlen. Menschen mit Migrationshintergrund sind als Mitbürger hier angekommen und Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten finden hier bei uns Unterstützung und wenn sie bleiben wollen, eine neue Heimat. Wichtig ist dabei, dass es eine gute Durchmischung aller Bevölkerungsteile innerhalb der Stadt gibt und allen Bürgen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Bildung und Kultur unabhängig vom Einkommen möglich ist.


Was bedeutet das für Bad Kreuznach?

• Der Anteil von gefördertem Wohnungsbau muss stark vorangetrieben werden. Und dabei muss auf eine gute Durchmischung von gefördertem und freifinanziertem Mietwohnungsbau geachtet werden.

Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass muss entschieden begegnet werden.

Gebühren für soziale, kulturelle und sportliche Einrichtungen dürfen nicht erhöht werden.

Der öffentliche Nahverkehr, insbesondere der Busverkehr muss gefördert werden.

Die Aufenthaltsqualität der Innenstadt muss verbessert werden und dazu müssen u. U. heutige Autoparkflächen zugunsten von attraktiven Plätzen für die Bürger weichen. Fuss- und Radwege müssen ausgebaut werden.


In 10 Jahren ist Bad Kreuznach…

…eine attraktive Stadt, die mit guten Einkaufmöglichkeiten und guter Bahnanbindung an das Rhein-Main-Gebiet punktet. Im Berufsverkehr fahren alle 15 Minuten Züge Richtung Mainz und Wiesbaden (direkt) und mit Halten an der Berufsbildenden Schule und in Planig.

Die umliegenden Ortsteile Bad Münster am Stein –Ebernburg, Winzenheim, Planig und Bosenheim sind mit Fahrradschnellwegen bequem zu erreichen. Die Innenstadt ist weitgehend autofrei. An jedem zentralen Platz gibt es Car-Sharing-Punkte und Aufladestationen für Elektromobilität.

Auf dem Kuhberg und den Neubaugebieten z. B. Rheingrafenblick, Weingärten gibt es Versorgungszentren und Bushaltestellen. Ein Citybus fährt in Shuttlebetrieb den Bahnhof, den Kornmarkt und das Kurgebiet sowie den neugeschaffenen Park and Ride-Platz an. Alle Hauptverkehrsstraßen sind im Bereich der Innenstadt zu 30km/h Zonen geworden, was sich positiv auf Lärm und Luftqualität auswirkt. Der hohe Anstieg des Fahrradverkehrs, vor allem durch E-Bikes und Pedelecs hat dazu geführt, dass auf der Wilhelmstraße und der Salinenstaße je eine Fahrspur für den Radverkehr freigegeben wurde.

Der Anteil von gefördertem Wohnungsbau ist bei Neubau auf 25% gestiegen. Investoren werden per Vertrag an Leistungen gebunden die der Stadt helfen, den Bedarf an z. B. Kitas oder Grünflächen zu decken.

Bad Kreuznach wird zum Vorzeigeobjekt für gelungene nachhaltige städtebauliche Anpassung an gesellschaftliche Veränderungen durch den demografischen Wandel und der Digitalisierung. Immer wieder melden sich Gruppen von Interessierten aus aller Welt an, um zu erfahren, wie es Bad Kreuznach geschafft hat, sich diesen Veränderung zu stellen und die Stadt im Sinne der Resilienz aufzustellen.

Günter Meurer1